Durch Verzicht zu einer nachhaltigeren Zukunft | Zero Waste Reihe #1

das erste R der 5R's von Zero-Waste: Refuse (Verzicht)

Der Internationale Tag der Abfallvermeidung steht vor der Tür, und zu diesem Anlass haben wir eine Reihe von Blogposts vorbereitet um dir Tipps zu geben, wie du Abfall minimierst und deinen Lebensstil nachhaltiger machst. In dieser Reihe tauchen wir jeden Tag in eines der 5 R’s der Zero-Waste-Bewegung ein: Refuse (Verzichten), Reduce (Reduzieren), Reuse (Wiederverwenden), Repurpose (Umwidmen) und Recycle. Mit diesen praktischen Tipps und Inspirationen zur Verringerung deines CO2-Verbrauchs und hin zu einer nachhaltigeren Zukunft.

Heute, widmen wir uns dem ersten R: Reduce – die Macht von Verzicht. Auch wenn es nach einem kleinen Schritt aussieht, kann „Nein“ zu unnötigen Käufen sagen, der erste Schritt zu einer nachhaltigeren Zukunft sein.

 

Warum ist Verzicht nachhaltig?

Auf überflüssige Dinge zu verzichten ist der erste Schritt um den Konsumzyklus zu verändern, weil es verhindert, dass sie überhaupt erst Teil des Kreislaufs werden. Wir denken vielleicht, dass „Nein“ zu einem Kauf zwar nur ein kleiner Schritt ist, es jedoch die Nachfrage für die Produktion, Verteilung und Entsorgung des Produkts eliminiert, verringert sich die Umweltbelastung erheblich. Dies ist weitaus wirksamer als der Versuch, den Abfall im weiteren Verlauf der Kette zu entsorgen oder nachhaltig dem System zurückzuführen.

Sich gegen eine Kaufentscheidung zu entscheiden, spart etliche Ressourcen, wie etwa Wasser, Energie (für sowohl die Produktion als auch Entsorgung), Rohstoffe, und Zeit und Geld. Da unser Wirtschaftssystem auf endlosem Konsum aufbaut, ist die Entscheidung gegen den Kauf von überflüssigen Artikeln ein aktiver Schritt um diesen Kreislauf zu brechen. Sobald du dich daran gewöhnt hast, Kaufentscheidungen bewusster zu treffen, wirst du bemerken, dass die Rolle von Shopping in deinem täglichen Leben signifikant abnehmen wird und der Drang immer neue Dinge zu kaufen sinkt.

 

So kannst du anfangen weniger zu konsumieren

1. Verzicht-Challenges

Wie wäre es statt Fast-Fashion mit Fashion-Fasten? Setzte dir einen Zeitrahmen, in dem du deinen Konsum reduzieren willst. Fang‘ mit einer Woche oder einem Monat an und gehe langsam zu längeren Zeiträumen über. Definiere für dich, welche Käufe, du dir weiterhin erlauben möchtest (z. B. Kinotickets, Restaurantbesuche…). Challenges wie diese sind außerdem perfekte Möglichkeiten unser Konsumverhalten auf kreative Art und Weise neu zu denken. Welche Wege gibt es, um deinen Kaufzwang zu verlagern – etwa durch Tauschbörsen, sich ein Produkt auszuleihen oder es vielleicht selbst herzustellen.

Um motiviert zu bleiben, kannst du deinen Fortschritt festhalten. Beobachte, wie viel Geld du auf diese Weise einsparen konntest und leg das Geld beiseite, um etwa eine Aktivität für dich selbst zu planen (keine Shoppingtour versteht sich), oder halte dir vor Augen, welchen positiven Auswirkungen auf die Umwelt diese Challenge haben kann.

 

2. Keine Impulskäufe

Bevor du etwas Neues kaufst, stell dir die folgenden Fragen:

  • Brauche ich dieses Produkt?
  • Besitze ich bereits etwas Ähnliches? Welche Vorteile bringt dieses Produkt, die das andere nicht auch erfüllt?
  • Werde ich dieses Produkt tatsächlich verwenden?
  • Wo wird dieses Produkt landen, wenn ich es nicht mehr verwende?

Diese Fragen können dir bereits helfen, weniger zu kaufen. Ein anderer Tipp ist, die Kaufentscheidung einfach zu vertagen. Schließe eine Abmachung mit dir selbst, keine Impulskäufe mehr zu machen, und etwas nur noch zu kaufen, wenn du dir davor ein paar Tage Bedenkzeit genommen hast. Du wirst schnell bemerken, dass viele Produkte nach ein paar Tagen bereits ihren Reiz verloren haben und du sie gar nicht mehr für nötig befinden wirst.

 

3. Ziehe Erlebnisse Einkäufen vor

Forschungen haben gezeigt, dass die Menschen am glücklichsten sind, die ihr Glück aus Erlebnissen und nicht ihrem Besitz ziehen. Durch den Fokus auf Erlebnisse, schaffst du anhaltende Erinnerungen, die dein Leben für viel länger berreichern, als es ein Einkauf tut. Dazu kommt, wenn du anfängst Erlebnisse zu verschenken, schaffst du gemeinsame Erinnerungen mit den Menschen in deinem Leben und eine tiefere Beziehung zueinander. Erlebnisse heißt nicht, dass du automatisch Geld ausgeben musst. Suche nach gratis Museen in deiner Stadt, verbringe Zeit in der Natur, nimm an Community-Veranstaltungen teil oder suche nach gratis Kursen in deiner Umgebung.

 

4. Melde dich von Marketing E-Mails ab

Dieser Tipp ist wahrscheinlich überraschend für viele. Wenn wir über den Verzicht auf Produkte sprechen, ignorieren viele Menschen den Einfluss von digitalen Medien auf ihr Leben. Newsletter oder andere Marketingemails sind dazu gemacht, dich daran zu erinnern, welche Produkte in deinem Leben fehlen. Sich von gewissen Email-Verteilern abzumelden kann dir dabei helfen FOMO (die Angst etwas zu verpassen) zu nehmen und den Drang nach Neueinkäufen zu minimieren.

Hinzu kommt, dass E-Mails auch einen ökologischen Fußabdruck haben. Jede E-Mail, die du sendest generiert CO2 und jeder Newsletter, den du abbestellst minimiert deinen digitalen Fußabdruck und schafft außerdem mehr Raum für andere Gedanken, die sonst darin fließen würden, dein Postfach auszusortieren.

 

5. Hinterfrage Trends

Denk darüber nach, was dir tatsächlich wichtig ist. Möchtest du die Zuneigung zu deinen Liebsten wirklich durch Geschenke ausdrücken, oder tust du es nur, weil es gesellschaftlich erwartet wird? Nur weil die Mehrheit Jahrestage mit teuren Geschenken zelebriert, heißt das nicht, dass du es ihnen gleich tun musst! Anstatt Produkte zu verschenken, versuch es mit Erlebnissen oder gemeinsame Momente, die anhaltende Erinnerungen schaffen – ganz ohne Abfall. Dazu kommt, dass vielen Menschen Geschenke selbst gar nicht so wichtig sind, sondern die Geste es ist, die sie wertschätzen.

 

Verzicht ist nur der erste Schritt

Der Verzicht auf unnötige Anschaffungen ist nur der erste Schritt auf deinem Weg zu einem Leben mit weniger Abfall. In den nächsten Posts beschäftigen wir uns mit den übrigen Rs: Reduce, Reuse, Repurpose und Recycle. Verantwortungsvoller Konsum geht über den Verzicht von Neuanschaffungen hinaus. Wir von Faircado wollen nachhaltiges Einkaufen so einfach wie möglich machen. Deshalb haben wir eine Browser-Erweiterung entwickelt, die nach Secondhand-Alternativen sucht, während du online nach Produkten stöberst. Auf diese Weise kannst du sofort gebrauchte Alternativen entdecken, ganz ohne den dazugehörigen Stress. Somit kannst du ganz einfach bewusster einkaufen, Geld sparen und deinen CO2-Verbrauch verringern.

Möchtest du mehr über die übrigen 5 Rs von Zero Waste erfahren? Lies mehr über Reduktion, Wiederverwendung, Umwandlung und Recycling.